Über den gesamten Zeitraum ihrer Entwicklung war und ist die Kosmetik eng an das jeweils herrschende Schönheitsideal geknüpft. Heute spielt Natürlichkeit und wissenschaftlich belegte Wirksamkeit eine große Rolle. Doch das war nicht immer so. Im Barock zum Beispiel (1600 – 1720 n. Chr.) war reinigende Körperpflege verboten. Wer badete wurde bestraft, da die Meinung herrschte Wasser würde krank machen. Zu Zeiten der Pharaonen aber beginnt eine Zeit, in der ein gepflegter und gesunder Körper gerade erst zum kulturellen Gut wird. Schon seit der Steinzeit ummalen die Ägypter ihre Augen schwarz, die Gründe dafür sind bis heute nicht eindeutig geklärt, die Vermutungen reichen vom Schutz vor Fliegen bis zur prähistorische Sonnenbrille.
Die ersten in Stein gemeißelten Aufzeichnungen vor etwa 6000 Jahren rühmen die heilsame Kraft der Aloe Vera. Sowohl Nofretete als auch (viel später) Cleopatra pflegten sich täglich mit dem Saft dieser Pflanze. Am Nil war man in den nächsten Jahrhunderten in der Lage flüchtige Aromen in pflanzliche oder tierische Fette zu binden, und damit allen anderen Völkern weit voraus. Das Ziel war es möglichst lange eine jugendlich-straffe Haut zu erhalten. Klingt modern und ist es auch, denn viele der damals entdeckten und verwendeten Naturstoffe sind bis heute wichtige Bestandteile von Kosmetikprodukten. Wir denken z.B. neben der Aloe an Milch, Honig, Mandelöle oder Kieselerde. Sogar Gesichtscremes gab es schon. Die wurden in elastischen Pflanzenstilen aufbewahrt und wie aus einer Tube bei Bedarf herausgedrückt. Rouge, Lippenstifte, Lidschatten, Lidstrich, Gesichtspuder – all das haben zuerst die Ägypter entdeckt und entwickelt. Durch Bäder, Massagen und Salbungen mit aromatisierten Ölen suchten sie ihr Schönheitsideal zu erreichen. Ihr Vorbild und ihr Wissen sorgten sowohl in Griechenland, wie auch im römischen Imperium für eine intensive Körperpflege-Kultur. Dort gesellten sich Sport und die Philosophie einer „Harmonie des gesunden Körpers und des Geistes“ zu einer vorbildlichen Körperkultur, die danach viele Jahrhunderte in Vergessenheit geriet. (MS)
Nächste Folge: Ritter, Hexen und Kosmetik (Die Körperpflege von der Romanik bis zur französischen Revolution)


Sehr geehrte Damen und Herren,
schön, dass Sie dieses Thema in dem Kneipp-Briefen aufnehmen.
Ich wünsche mir mehr, detailiertere Informationen, oder nicht so “oberflächliche” Artikel, die sich deutlich von TV-Magazinen unterscheiden sollten.
Der Leser will reichhaltige Informationen und den Bezug zur Naturkosmetik und oder Ihren Produkten.
Vielen Dank!
Hallo liebe Leserin,
vielen Dank für Ihre Anregungen. Das nehmen wir sehr gerne auf. Und: Wir üben noch!
Gerde jetzt schreiben wir an vielen Artiklen
gerade zur Kosmetik. Bitte zögern Sie nicht uns Ihre Meinung dazu zu sagen. Nur so können wir auch hier besser werden! Danke dafür!