Ende des 19. Jahrhunderts experimentierten die ersten Hersteller mit duftenden Cremes. Die Frauen liebten das seidige Gefühl nach der Anwendung noch dazu in ihrem Lieblingsduft. Noch niemand hatte damals mit der Wirkung von Mikroorganismen gerechnet. Es ist überliefert, das der berühmte Parfum-Visionär Francois Coty in seinen Anfängen fast daran gescheitert wäre. Seine im kühlen Labor selbst gemischten Cremes explodierten eines nach dem anderen in den warmen Schlafgemächern seiner hochwohlgeborenen Käuferinnen. Er hatte Mühe, sie davon zu überzeugen, dass es sich nicht um geplante Anschläge handelte. Durch die Zugabe von Alkohol verbesserte sich die Haltbarkeit. Schon damals mussten also Konservierungsstoffe sein. Denn wie dieses Beispiel zeigt, Mikroorganismen und Keime verändern ein kosmetisches Produkt. Aber was noch viel schlimmer ist: sie können auf der Haut erheblichen Schaden anrichten. Von kleinen Pickelchen angefangen bis zu Infektionen am ganzen Körper. So ist mit der rasanten Entwicklung der Kosmetik auch die Forschung nach Konservierungsmitteln einhergegangen. Wir finden sie heute überall. Nicht nur in Körperpflegemitteln auch in Haushaltsreinigern. Mittel mit denen wir täglich in Berührung kommen.
Als Folge dieser weiten Verbreitung reagieren aber inzwischen viele Menschen mit Überempfindlichkeits- und Unverträglichkeitsreaktionen auf solche Stoffe. Jedes Konservierungsmittel hat sein eigenes Wirkungsspektrum, d.h. das eine kann unter Umständen auf einen bestimmten Typ eines Mikroorganismus besser wirken als das andere. Daher werden häufig mehrere Konservierungsmittel in einem Produkt gleichzeitig verwendet, was das Risiko einer Unverträglichkeit noch weiter erhöht. Hinzu kommt, daß die Aktivität eines Konservierungsmittels sich natürlich nicht auf den Produktschutz allein beschränkt. Beim Hautkontakt kann der Stoff die körpereigene Hautflora beeinträchtigen oder gar schädigen.
Da wir größten Wert auf die Verträglichkeit unserer Produkte legen, glauben wir, daß es sinnvoll ist, Produkte so zu entwickeln, dass sie auch ohne die Verwendung von synthetischen Konservierungsmitteln mikrobiologisch sicher sind. Viele Jahre Forschung waren nötig um Kneipp-Produkte so herzustellen, dass sie trotz des Verzichtes auf Konservierungsmittel optimal geschützt sind.
Neutrale mikrobiologische Testinstitute bestätigen das durch regelmäßige in-use Tests. Dabei wird ein Produkt unter haushaltsüblichen Bedingungen aufgebraucht und die entleerte Packung mikrobiologisch untersucht. Trotz der unter solchen Bedingungen ständig eingebrachten Mikroorganismen zeigt sich dabei, dass unsere Produkte “bis zum letzten Tropfen” geschützt sind.
Uns hilft dabei nicht nur ein strenger Produktionsprozess, sondern vor allem das Wissen um wirksame Rezepturen. So wird auch durch die Verwendung spezieller ätherischer Öle eine natürliche Konservierung erreicht. „Konservierungsmittelfrei“ bedeutet also bei Kneipp immer den Verzicht auf synthetische Konservierungsstoffe für eine maximale Verträglichkeit ohne auf die Haltbarkeit zu verzichten.
Zum Verstehen der INCI-Liste: diese synthetischen Konservierungsmittel werden heute in der konventionellen Kosmetikherstellung eingesetzt:
Formaldehyde, Formaldehydabspalter (Imidazolidinyl Urea, Benzylhemiformal, Bronidox (5-Brom-5-nitro-1,3-dioxan), Bronopol (2-Brom-2-nitro-1.3-propandiol)), Methylisothiazolinone, Parabene (Methylparaben, Ethylparaben, Propylparaben, Isobutylparaben und Butylparaben), Phenoxyethanol, Dibromdicyanobutan (Methyldibromo Glutaronitrile)
Informationen zu Siegeln und Naturkosmetik:

